Betrugsmaschen

Nicht jedes Schnäppchen im Internet ist auch ein seriöses Kaufangebot. Neben seriösen Anbietern tummeln sich im Internet auf Angebotsplattformen auch sehr viele unseriöse Verkäufer. Vor allem beim Autokauf gilt es hier mit wachsender Aufmerksamkeit zu Werke zu gehen. Bei den gängigen Online-Automärkten ist mit dem steigenden Absatz der Verkäufe auch ein steigendes Aufkommen an Betrugshandlungen zu vermelden.

Aus der juristischen Praxis sind folgende Betrugsfälle beim Autokauf besonders aufgefallen:

Anzahlung:
Es werden vor der vertraglichen Abwicklung vom Verkäufer Anzahlungen verlangt. Der Verkäufer argumentiert, dass nur dann die Vertragsverhandlungen als ernsthaft erachtet werden könnten. Meist befinden sich die Verkäufer im Ausland. Nach der erbrachten Anzahlung (z.B. über Western Union) ist der Verkäufer dann nicht mehr auffindbar und das geleistete Geld verloren. Leider sind nämlich auch die vermeintlichen Kontaktdaten des Verkäufers gefälscht.


Treuhandkonten:
Beide Parteien haben den natürlichen Willen, erst leisten zu müssen, wenn der andere Teil geleistet hat. Treuhänder leiten das auf ihr Konto eingegangene Geld erst weiter, wenn der andere Teil die Ware erhalten hat. Angeblich seriöse Treuhänder werden vom Verkäufer zur Abwicklung des Kaufvertrages vorgeschlagen. Oftmals werden vermeintliche Referenzen der Treuhänder angegeben, die gefälscht sind. Erfolgte die Zahlung des Käufers, so verschwindet der Treuhänder genauso, wie der angebliche Verkäufer.



Hohe Nebenkosten:
Um Informationen über das „Schnäppchen“ zu erhalten werden Sie veranlasst eine teure Telefonnummer zu wählen. Es handelt sich um teure 0180- oder 0900- Nummern. Es erfolgt vor dem Telefonat in der Regel keine Ansage über die Kosten, so dass Käufer für diese Falle gern mit sehr hohen Kosten zahlen.
Gegenüber Käufern treten sog. Vermittler auf, die sich um den Verkauf „kümmern“ möchten und auch schon einen angeblichen Käufer hat. Diese Vermittler verlangen dann eine Provision für das Arrangement einer Probefahrt, Fahrzeugreinigung und Bearbeitung. Ist das Geld dem Konto des Verkäufers gutgeschrieben, so verschwindet der angebliche Käufer und der Vermittler.



Der Schecktrick:
Meist tritt der Interessent aus dem Ausland auf den Käufer zu. Nach relativ kurzweiligen Verhandlungen werden die Parteien sich schnell einig. Der Käufer überweist einen Scheck an den Verkäufer, der einen angeblichen Schreibfehler aufweist. Angeblich versehentlich hat der Käufer einen höheren Kaufpreis auf dem Scheck angegeben. Der Verkäufer wird gebeten, den Differenzbetrag an den Käufer zu überweisen. Leider platzt der Scheck des Käufers meist erst, wenn der Differenzbetrag bereits überwiesen wurde. Bedenken Sie nämlich, dass Schecks zwar schon schnell auf Ihrem Kontoauszug erscheinen, aber erst sicher nach zwei Wochen mit dem daraus resultierenden Geldbetrag verfügt werden kann.



Insgesamt gilt daher:
Keine Anzahlungen leisten.
Adressen im Ausland auf Richtigkeit überprüfen. Ist eine Partei nicht unter den angegebenen Daten erreichbar, so sollte Vorsicht angebracht sein.
Keine Zahlungen auf einen nicht bekannten Treuhänder leisten.
Schon bei dem geringsten Verdacht, das Geschäft lieber lassen.
Vermittler meiden, die aus eigenem Antrieb angebliche Käufer präsentieren.
Wird ein Scheck höher ausgestellt als vereinbart, ist Vorsicht angebracht. Ausgleichszahlungen, wenn überhaupt, erst dann leisten, wenn der Scheck nicht mehr platzen kann.